Wusstest du? 

Der deutsche Begriff „Kirche“ kommt von dem griechischen Adjektiv „kyriake“ = „dem Herrn (kyrios) gehörend“ und ist eine Abkürzung von „kyriake oikia“ (= „dem Herrn gehörendes Haus“).

Kirche (oder Gemeinde) ist keine menschliche Erfindung, sondern wurde von Jesus Christus selbst ins Leben gerufen. Er erhält sie am Leben und bringt sie voran (Mt 16,18; Eph 4,15).

Kirche für Kinder Gottes

Kirche für dich – das ist eine große Familie aus allen Generationen. Eine Familie, die füreinander einsteht und die gemeinsam durch dick und dünn geht. Eine Familie, in der du Gottes Liebe und Annahme ganz praktisch erleben kannst – durch deine Geschwister, die Gott in dein Leben stellt. Eine Familie, in der wir lernen ehrlich und wertschätzend miteinander umzugehen. Eine Familie, wo dich andere vielleicht auch verletzen werden, wo wir aber gemeinsam immer wieder Vergebung erfahren können. Eine Familie, die darauf angewiesen ist, dass auch du für andere da bist.

Kirche für Gott

Im Zentrum dieser Familie steht das Oberhaupt der Familie: Gott. „Kirche für dich“ – ist deshalb zunächst ein Gebet an unseren Gott: „Wir wollen Kirche für dich sein.“ Das heißt: Alles was wir als Kirche tun, dreht sich um Gott. Er steht im Mittelpunkt. Ihn wollen wir ehren und erfreuen. Wir leben von der Vergebung, die er uns in Jesus Christus schenkt. Wir genießen seine Nähe und wollen ihn immer mehr erleben und uns von ihm prägen lassen – und wir verkünden seine Botschaft.

Kirche für unser Umfeld

Kirche für dich – das ist eine Familie, die sich nicht abkapseln will, sondern wo ständig Freunde und Gäste zu Besuch sind. Eine Familie, die sich für die Menschen in ihrem Umfeld einsetzt. Eine Familie, die möchte, dass alle Menschen Jesus Christus kennenlernen. Aus Gästen und Freunden können Familienmitglieder werden.

… die bewegende Gottesdienste feiert
… der es wichtig ist, sich in Kleingruppen zu treffen
… in der du die gute Nachricht von Jesus Christus (das Evangelium) hörst
… in der die Bibel die höchste Autorität des Lebens und Glaubens ist
… die aus unvollkommenen Menschen besteht, die auf die Gnade Gottes angewiesen sind
… die glaubt, dass es notwendig und möglich ist, dass Menschen durch Jesus Christus einen Neuanfang erleben
… die an die verändernde Kraft des Heiligen Geistes glaubt
… in der jeder seine Gaben zur Ehre Gottes und zum Segen für andere einbringen kann
… in der viele ehrenamtlich mitarbeiten
… die aus Menschen besteht, die immer mehr von Gott erleben möchten

Mit den Christen des ersten Jahrhunderts bekennen wir „Jesus ist Herr“ (Philemon 2,11) und machen damit deutlich, dass es keinen Bereich unseres Lebens geben darf, der sich seiner Herrschaft entzieht.

Als Gemeinde teilen wir darüber hinaus die zentralen christlichen Überzeugungen, wie sie im apostolischen Glaubensbekenntnis formuliert sind. Durch dieses Bekenntnis stehen wir in Kontinuität zu den historischen Wurzeln des Christentums. Das verbindet uns mit Christen aller Jahrhunderte:

Ich glaube an Gott, den Vater, den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.

Und an Jesus Christus, seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes, des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen, zu richten die Lebenden und die Toten.

Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten und das ewige Leben.
Amen.

Diese Überzeugungen bedeuten ausführlicher dargestellt folgendes:

Marko und Annelie Schubert
Marko und Annelie Schubert
Marko ist Teil der Gemeindeleitung und als Gemeindereferent angestellt. Er leitet gemeinsam mit Annelie die Zellgruppenarbeit.
Matthias und Marlies Becher
Matthias und Marlies Becher
Matthias ist Eisenbahner und Teil der Gemeindeleitung und leitet gemeinsam mit Marlies die Ehearbeit.
Uwe Heckel
Uwe Heckel
Uwe ist Bankangestellter und Teil der Gemeindeleitung.
Rico Hertel
Rico Hertel
Rico ist als Teammanager im Vertrieb tätig und ist Teil der Gemeindeleitung und ist verantwortlich für die Gottesdienste.
Tobias Welzel
Tobias Welzel
Tobias ist Mechatroniker und Teil der Gemeindeleitung.
Jürgen Schubert
Jürgen Schubert
Jürgen ist Informationselektroniker und Teil des Bauteams.
Sebastian Welzel
Sebastian Welzel
Sebastian ist verantwortlich für den Kindergottesdienst.
Matthias und Maria Rudolph
Matthias und Maria Rudolph
Matthias ist Rentner und leitet gemeinsam mit Maria die Seniorenarbeit der Gemeinde.
Karsten Schwarz
Karsten Schwarz
Karsten ist Physiotherapeut und leitet die Jungschar.
Moritz und Alexandra Schüller
Moritz und Alexandra Schüller
Moritz studiert Theologie und leitet den Teeniekreis und gemeinsam mit seiner Frau Alexandra die Jugendgruppe.
Sola-Leitungsteam
Sola-Leitungsteam
v.l.n.r.: Michelle Rudolph, Kornelius Franke, Michael Scholl, Moritz Schüller, Ellen und Thomas Rudolph.

Die Anfänge unserer Gemeinde lassen sich ins Jahr 1898 datieren. Damals traf sich eine kleine Gruppe, die man den „Elberfelder Brüdern“ zuordnen konnte, als Hauskreis in Privaträumen. Sonntags gingen sie zum Gottesdienst in die Brüdergemeinde in das 13 km entfernte Vielau.

Eine andere Gruppe von Gläubigen aus der evangelischen Kirche traf sich auch regelmäßig als Hauskreis, um intensiv die Bibel zu lesen und das eigene Leben danach zu gestalten. Durch die intensive Beschäftigung mit der Bibel, entdeckten diese Christen einige Unterschiede zwischen den Aussagen der Bibel und der damaligen Lehre der evangelischen Kirche (besonders in der Frage der persönlichen Errettung, des Tauf- und Gemeindeverständnisses und der Haltung zur Bibel u.a.). Schließlich wurden die Differenzen unüberbrückbar, sodass diese Gruppe im Herbst 1909 aus der evangelischen Kirche austrat und sich nur noch in Privathäusern versammelte. Das war zur damaligen Zeit ein mutiger Schritt, durch den diesen Christen viel Anfeindung entgegenschlug. Aus dem „Dissidentenregister des königlichen Amtsgerichts Hartenstein“ geht hervor, dass 22 Personen aus der evangelischen Kirche austraten, um sich unter der Bezeichnung „Gemeinschaft derer, die sich im Namen Jesu versammeln“ zu treffen. Diese Gruppe konnte man den durch Georg Müller geprägten „Offenen Brüdern“ zurechnen.

Beide Gruppen trafen sich eine Zeit lang im gleichen Haus, jedoch in getrennten Räumen. Man hatte noch nicht viel miteinander zu tun. Als 1914 in Thierfeld ein Wohnhaus und eine Scheune niederbrannte, wurde beschlossen, an dieser Stelle einen Neubau mit einem großen Raum zur Versammlung beider Gruppen zu errichten. Dort versammelten sich beide Gruppen erstmals gemeinsam. Ab diesem Jahr wurde auch gemeinsam das Mahl des Herrn gefeiert. Das war der Beginn der Gemeinde, die sich heute EFG Thierfeld nennt.

Bald reichte auch dort der Platz nicht mehr. Ein Gemeindemitglied stellte sein Grundstück zur Verfügung, um darauf ein Gemeindehaus zu errichten. 1928 zog die Gemeinde in den Neubau ein. Dieses ist auch heute noch (mit Erweiterungs- und Umbauten 1967 und 1996) das Gemeindehaus der EFG Thierfeld auf dem Gartenweg 7.

Teil der Brüderbewegung

Wie aus dem vorstehenden geschichtlichen Abriss hervorgeht, entstand unsere Gemeinde als sogenannte „Brüdergemeinde“. Dieser Name geht auf den Bibelvers in Matthäus 23,8 zurück: „Denn einer ist euer Lehrer, ihr alle seid Brüder“. Der Name hebt also kein Geschlecht hervor, sondern drückt die geschwisterliche Gestaltung und Verantwortung des Gemeindelebens aus, d.h. keine Unterscheidung zwischen „Geistlichen“ (Klerus) und Laien. Die Brüderbewegung hat ihre Wurzeln in der Erweckungsbewegung Mitte des 19. Jahrhunderts. Von England ausgehend verbreitete sie sich über Europa und Amerika in mittlerweile mehr als 100 Länder der Erde. Ohne zentrale Kirchenleitung, aber mit den Mitteln intensiver Literaturarbeit, Lehrkonferenzen und ausgiebiger Reisetätigkeit von Bibellehrern und Evangelisten, wollten „die Brüder” Gemeindebau nach dem Vorbild des Neuen Testamentes fördern.

Brüdergemeinden legten und legen viel Wert auf:

  • … den persönlichen Glauben jedes Mitgliedes an Jesus Christus, der sich im ganz praktischen Leben widerspiegelt.
  • … die Anbetung Gottes, welche besonders in der regelmäßigen Feier des Abend-mahls zum Ausdruck kommt.
  • … die Liebe zum Wort Gottes. Das Wort Gottes war und ist die Grundlage jeder Entscheidung und Gemeindepraxis.
  • … die aktive Beteiligung und Mitarbeit jedes einzelnen Christen am Gemeindeleben (daher ja auch der Name „Brüdergemeinde“). Alle haben die Möglichkeit ihre Gaben und Fähigkeiten einzusetzen und zu entwickeln.
  • … ein Leben in der Erwartung der Wiederkunft unseres Herrn.
  • … das Ernstnehmen des Missionsbefehls. Von Anfang an sandten Brüdergemein-den viele Missionare in alle Welt und wollten auch ihre unmittelbaren Nachbarn mit dem Evangelium erreichen.
  • … sozial-diakonische Arbeit. Aus der Brüderbewegung sind viele Werke hervorgegangen, die sich ganz praktisch der Not in der Welt angenommen haben.

Über alle diese Dinge freuen wir uns und wollen daran weiter festhalten

Unsere Gemeinde heute

Wir bekennen uns zu unserer Herkunft aus der Brüderbewegung, bezeichnen uns aber nicht mehr als „Brüdergemeinde“, da die meisten Menschen unter dem Namen etwas anderes verstehen, als ursprünglich beabsichtigt war.

Wir wollen einfach Gemeinde nach dem Neuen Testament sein (genauso wie die Leute, die vor über 100 Jahren diese Gemeinde gegründet haben) in dem wir unser Leben sowie unsere Gemeindepraxis ganz bewusst am Evangelium ausrichten. Da die Bibel Grundlage und Maßstab unserer Glaubensüberzeugungen ist, haben wir den Mut und die Pflicht, unser Leben und unsere Gemeindepraxis ständig neu an der Bibel auszurichten und wollen deshalb auch ungesunde Tendenzen und Praktiken erkennen und ablegen.